Audiovisuelle Kulturgüter erhalten


  6×6 Dias um 1960 entstanden von Hans Peter Jaeger auf dem Leuchtpult.

  Eine Tagung der Memoriav in Lausanne hat mich viel gelehrt. Meine Vorstellung, dass die Archive Kulturgüter einfach einschliessen und erhalten, wie das in gewissen Kantonen üblich ist, wurde hier eindrücklich korrigiert. International und auch in der Schweiz ist viel in Bewegung.

Ich vertrete die Meinung, dass man gezielt «Wertvolles» scannen und beschriften sollte um es der Oeffentlichkeit und den eigenen Nachkommen zugänglich zu machen.
Das Bewusstsein dafür zu fördern, dass das nicht ohne Geld möglich ist. Ich hoffe konkret auf Menschen mit viel Geld, die so ein Projekt unterstützen möchten. Es wäre eine Investition, mit Langzeitwirkung über viele Generationen. Meine Erfahrung zeigt, dass die Kinder der Kulturproduzenten oft nicht interessiert sind, aber später die Enkel oder Urenkel. Beispiel Carl Griot, mein Urgrossvater, der viel gebaut hat in Luzern (Volkshaus, Hauptpost oder die grosse Schützenhalle auf dem heutigen Europaplatz) und das teilweise auch mit Glasplatten festgehalten hat. Eher per Zufall habe ich diese Glas-Negative in meinem Gewahrsam.

Von meiner Idee, dass ich mit historischen Bildern je kostenneutral arbeiten könnte, musste ich mich an dieser Tagung eindrücklich verabschieden.
Das Beispiel der ETH-Bibliothek zeigt das deutlich. Ich habe deren Entscheid, eine offene Datenbank zu betreiben, nie ganz begriffen, nun sind mir die Gründe klar.

Ich werde weiterhin alte Bilder erhalten, jedoch ohne jede Erwartung, dass sich dieser Aufwand je bezahlt machen wird.

Das Internet ist der Ort um diese Werte zu teilen, man kann von den Konsumenten nicht erwarten, dass sie den Aufwand dahinter schätzen, wir sind im Massenmodus angelangt.

Trotzdem glaube ich, dass es weiterhin möglich ist, mit einem Konzentrat von Informationen, thematische Bücher herzustellen, und hoffe meine Freunde auch in den Sozialmedien davon überzeugen zu können, hin und wieder ein echtes Buch in die Hände zu nehmen, eventuell auch eines von uns, von AURABOOKS. www.aurabooks.ch

Ausweis zu Tagung von Memoriav in Lausanne 2018

«Den Adler zeigen»

Reportage aus einem Flüchtlingslager mit Flüchtlingen aus dem Kosovo in Albanien 1999. Das zur Erinnerungen, woher eigentlich unsere erfolgreichen Fussballer herkommen und was Ihre Familien durchmachen mussten. Wir als verwöhnte Schweizer verurteilen irgendwelches «Adler zeigen», ohne die persönlichen Hintergründe zu kennen. Die ganze WM ist doch eine National gefärbte Veranstaltung, in festen Händen von der Fifa, die das alles benutzt um die eigene Kasse zu optimieren und dabei die Liebe zum Fussball als Vorwand nimmt.

Diese Menschen leben bei Freunden im Garten in SKH Zelten.
Vater&Tochter
Diese Menschen leben bei Freunden im Garten in SKH Zelten. Cash for Shelter
April 1999 Flüchtlingslager SKH in Durres
Der Albanische Flugplatz in Tirana ist fest in den Händen der Amerikaner 22.4.99

Flüchtlingslager Hilfe
Flüchtlingslager Hilfe Brotverteilung Nahrungsmittel
Flüchtlingslager Hilfe Brotverteilung Nahrungsmittel
April 1999 Flüchtlingslager SKH in Durres
Kosovo Flüchtlinge in Albanien
Kosovo Flüchtlinge in Albanien
Kosovo Flüchtlinge in Albanien
Kosovo Flüchtlinge in Albanien

Kosovo Flüchtlinge in Albanien
April 1999 Flüchtlingslager SKH in Durres Trauma

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bildband «HOTEL ANKER eine Perle der Moderne»

HOTEL ANKER
eine Perle der Moderne

ISBN: 978-3-906105-13-0
Grösse: 24x30cm /
260 Seiten
Hardcover

Autor: Ueli Habegger
Grafik, Konzept und Fotografie: Gabriel Ammon
Fotografie und Bildredaktion: Emanuel Ammon
Herausgeber: Peter Eltschinger, Remimag AG
Druckerei: Abächerli Druck, Sarnen
Verlag: AURA Foto Film Verlag GmbH, www.aurabooks.ch

Medienorientierung

Hotel Anker – eine Perle der Moderne 
Neuerscheinung im AURA-Verlag

„Volkshaus“ hiess das Hotel bis 1987. Den „Luzerner Kreml“ nannten die Luzerner es nach dem Generalstreik von 1918. Fünf Jahre zuvor war es das letzte Grosshotel vor dem Ersten Weltkrieg – ein später Bauzeuge der Belle Époque also.

Das jüngste Buch „Hotel Anker – eine Perle der Moderne“ versammelt mehr als hundert Jahre Geschichte zwischen seinen Buchdeckeln. 1913 gründeten Gewerkschafter und Sozialdemokraten das „Hotel Volkshaus“ am Pilatusplatz. Carl Griot-Weerli, Neffe des berühmten Zürcher Architekten Zeugheer (: Schöpfer des Zeugheer-Saales im Hotel Schweizerhof), entwarf einen neungeschossigen Monumentalbau am Pilatusplatz – gegen den Widerstand des freisinnigen Stadtrates. Gäste aus aller Welt sollten hier, im modernsten Hotel in Luzern einkehren; Schlafgängerinnen und Schlafgänger, sorgsam von der internationalen Kundschaft getrennt, hier eine Notschlafstelle finden. Der Erste Weltkrieg änderte die kühnen Vorstellungen der Initianten – und das Hotel wurde 1918 zum Hauptquartier der Luzerner Streikenden während des Generalstreiks, vergeblich von der Polizei bespitzelt.

2014 wurde das Hotel verkauft. Peter Eltschinger und die Remimag AG hauchten dem Hotel neues Leben ein. Während dreier Jahre wurde es sorgsam und mit viel kreativen Ideen umgebaut. Auch das zeigt das Buch in einer beispiellosen Fülle interessanter Bilder. Das „Hotel Anker“ war 1913 architektonisch, betrieblich und gestalterisch eine Perle der Moderne – es ist dies auch heute, nach einem anspruchsvollen wie schwierigen Umbau.

 

Wenn Praktiker und Theoretiker sich begegnen

Besuch mit Oliver Heeb im Stadtarchiv am 8. Mai 2018

Vorausgegangen war der Aufbau eines Archives über die Viscosistadt, mit dem Ziel eines Tages genügend Material für einen Bildband zu haben.

Nach einem Besuch in der Stiftung Viscosuisse bekam ich gute Fotos von Raoul Heeb 1924 – 1998  zu sehen.

Als Fotograf liebe ich Negativen und Dias, also Ursprungsmaterial. Daher rief ich seinen Sohn Oliver Heeb an, der seit mehr als 20 Jahren ebenfalls als Fotograf für AURA tätig ist. Wir wussten von einigen Negativen, die Oliver vor acht Jahren dem Stadtarchiv übergeben hat.

Im muss hier ebenfalls vorschicken, dass die Leute vom Stadtarchiv bisher immer sehr zuvorkommend und hilfsbereit waren und diese hier beschriebene Erfahrung komplet neu war. Allerdings ging es bisher vor allem um Papier-Akten.

Die Begegnung mit den Hütern der inzwischen stinkenden und teilweise ganz zerstörten Negativen (Essigsäurezerfall)  im kühlen Keller und die endlose Diskussion über die Möglichkeit diese Negative zum Scannen ins Atelier zu bekommen, dauerte zwei geschlagene Stunden. Nun ich habe mich trotz beginnender Altersmilde ziemlich aufgeregt.

Zuerst ein Eingangsgespräch, das mich als Praktiker, der schlicht einfach die Bilder sehen wollte, etwas gestresst hat. Dann der Gang in den Keller des Stadtarchives Luzern, das auf ehemaligem Littauer-Boden im Reussbühl für viele Millionen erstellt wurde. Geld für die Digitalisierung hat es daher kaum mehr, für die Löhne muss es reichen.

Die Schwarzweiss-Negative von Raoul Heeb, etwa 100 Stk. im Format 4x5inch liegen fein säuberlich und vor sich hinstinkend in schön angeschriebenen Kuverts in der richtigen Temperatur, so dass sie noch lange stinken können und sich dabei nur langsam zersetzen. Lange Zeit gebe ich diesen jedoch nicht. Ein Blick auf das Material zeigt mir, es handelt sich durchwegs um gute Fachfotografie in technischer Hinsicht. Wenig dabei, das historisch besonders wichtig ist. Es waren vor allem Auftragsarbeiten. Drei Bilder vom Bahnhofplatz undatiert, wahrscheinlich 60er-Jahre. Viele Negative bereits total unbrauchbar, andere ebenfalls bereits nicht mehr mit meinem Trommelscanner zu scannen, da sie wellig sind. Die Digitalisierung kann also nur in Form von einer Reproduktion auf einem Spezialleuchtpult erfolgen.

Ich muss nachschicken, dass es mir nur zum Teil um die Bilder der Viscosi geht. Es waren keine dabei. Als Fan von Fotodok.swiss wollte ich einige Bilder zur Akte Raoul Heeb hinzufügen können. Fotos machen einen Fotografen erst aus und von vielen sehr bekannten, guten Fotografen sind schlicht keine Bilder mehr zu sehen. Das möchte ich ändern. Das sollte im Sinne des Stadtarchives eigentlich grosse Unterstützung finden.

Die Mitarbeiter des Stadtarchives löcherten mich darüber, ob mein Scanner die 1200 dpi erfüllen würde, was ich prompt nicht beantworten könnte, da ich als Praktiker wusste, dass meine zwei Scanner von Hasselblad eh das Beste auf der Welt ist. PS: Ein Kontrollblick zu Hause zeigt mir, ich habe 8000 dpi zur Verfügung. Sie machten mir klar, dass wiederum zu hohe Auflösung nicht gefragt ist. Absurdes Gespräch um digitale Daten. Warum soll man Scans erstellen, wenn nicht in Bester Qualität, man kann das später jederzeit auf die gewünschten Formate rechnen. Auch die dpi-Diskussion, aber Hallo!  Ich kam mir langsam wie ein Idiot vor, und auch etwas provoziert durch diese unrealistische Diskussion. Die Negative bekomme ich nicht heraus, mit der Begründung die verfaulenden Negative würden durch den Stress und die heissen Lampen im Scanner schneller Substanz verlieren, als wenn sie in Ruhe gelassen würden. Oder wenn sie von der Hochschule in Chur gescannt werden?!

Dazu ist zu sagen, dass ich dem darbenden Stadtarchiv angeboten habe, die von mir kostenlos erstellten Scans ebenfalls zu überlassen. Als Gipfel dieses Fachgespräches wollte die Archivarin wissen, ob ich denn ein Farbkeil mitscanne und ob ich einen weissen Rand um die Scans liefern könne….aber Hallo! Gratisangebot mit einer Kiste voller unwirklicher Bedingungen. Die haben kein Geld für die Digitalisierung von Fotos und stossen einen Vollprofi vor den Kopf.

Nach 12 Fotobücher und 50 Jahren Erfahrung mit dem Umgang von Negative, Dias und Glasplatten, weiss ich genügend über die Trägermaterialien, wie es so schön genannt wird. Ich habe die ersten 4×5 inch Farbdias der Schweiz, die mein Vater in den 50er-Jahre fotografierte, aufgearbeitet habe und dem Nationalmuseum 10 Bilder meines Vater verkaufen können. Meine Referenzen und Fähigkeiten werden ganz offen angezweifelt von Leuten die kaum je mit diesem Material gearbeitet haben können.

Hier darf vielleicht gesagt werden, dass ich als ausgebildeter Fotograf mit der sinar-Fachkamera zu einer Spezies gehöre, die eh demnächst aussterben wird. Mein ganzes Wissen über Fotos, die sinnlos in Archiv-Kellern liegen, übrigens auch. Ich habe viele diese Fotografen gut gekannt und deren Denkweise ist mir näher, als sie jedem Archivar je sein kann. Also müsste man doch dankbar sein um mein praktisches Wissen. Meine Generation ist am Abtreten, Georg Anderhub, Ruedi Hopfner, Werner P. Wyler haben sich bereits verabschiedet. Aber Ihre Bilder sollte man sehen können. Im Staatsarchiv scheint das zu funktionieren, das Stadtarchiv mauert.

Diese Negative gehören sofort gescannt, sie sind teilweise vollkommen unbrauchbar. Oliver Heeb hat das Material dem Stadtarchiv überlassen, damit es gesichert wird und diese Bilder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. In wenigen Jahre sind alle diese Negative ganz zerstört! Kühler Raum hin oder her.

 

PS: Ich konnte unter den Vorgängern der aktuellen Archivaren einen grossen Scanauftrag erstellen. Bilder aus der Firmen- und Familiengeschichte Vallaster. Es waren mehr als 69 alte 4x5inch Schwarzweiss Negative. Alles zur Zufriedenheit, keine Diskussion um angeblich heisse Scanlampen. Ich hatte eine Woche Zeit und niemand hat etwas gesagt von wegen Substanzverlust. Der Flachbettscanner den das Stadtarchiv benutzt ist sicher heisser, als mein Fachscanner, der die Lichtquelle weit weg vom Negativ hat.

Etwa zu Nachhilfe an das Stadtarchiv. Negative und vor allem Dias werden unweigerlich Substanz verlieren, wenn  sie jetzt nicht digitalisiert werden. In 20 Jahren sind gute Scanner Mangelware und Fotografen, die noch analog fotografierten gibt es nicht mehr. Die Scanner werden teilweise bereits heute nicht mehr betreut von den Herstellern und die Fotografen und ihr Wissen sind am Aussterben. Was wir noch haben sind kühle Räume mit Schätzen, die eigentlich an die Oeffentlichkeit gehören.

Emanuel Ammon, publizierender Fotograf seit 50 Jahren.

 

Foto Peter Ammon, (Emanuel Ammon 1952)

REP-AM-Album-92

Neuer Bildband im Juni 2015

Aktuelle Bilder der Stadt Luzern und der Zentralschweiz:  Architektur, Landschaft, Brauchtum, Wirtschaft und Tourismus.
Texte Marco Castellaneta, Stefan Ragaz, Marcel Perren, Ronald Joho-Schumacher
Grafik Gabriel Ammon Fotografen Emanuel Ammon & Gabriel Ammon
Druckerei Abächerli Druck, Sarnen
Verlag AURA Fotobuchverlag
ISBN 978-3-906105-10-9
216 Seiten Querformat 310 x 235 mm (offen 620 x 235 mm) Hardcover, Schutzumschlag

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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